I need support I can provide support
array(11) { ["id"]=> int(2) ["order"]=> int(0) ["slug"]=> string(2) "de" ["locale"]=> string(5) "de-AT" ["name"]=> string(2) "DE" ["url"]=> string(162) "https://www.artistshelp-ukraine.at/de/wie-office-ukraine-die-erfahrungen-von-verlust-und-vertreibung-in-eine-offentlich-sichtbare-form-der-solidaritat-verwandelt/" ["flag"]=> string(107) "https://www.artistshelp-ukraine.at/wp/wp-content/plugins/polylang-pro/vendor/wpsyntex/polylang/flags/at.png" ["current_lang"]=> bool(true) ["no_translation"]=> bool(false) ["classes"]=> array(5) { [0]=> string(9) "lang-item" [1]=> string(11) "lang-item-2" [2]=> string(12) "lang-item-de" [3]=> string(12) "current-lang" [4]=> string(15) "lang-item-first" } ["link_classes"]=> array(0) { } }
de /
array(11) { ["id"]=> int(5) ["order"]=> int(0) ["slug"]=> string(2) "en" ["locale"]=> string(5) "en-GB" ["name"]=> string(2) "EN" ["url"]=> string(135) "https://www.artistshelp-ukraine.at/how-office-ukraine-transforms-experiences-of-loss-and-displacement-into-a-mobile-form-of-solidarity/" ["flag"]=> string(107) "https://www.artistshelp-ukraine.at/wp/wp-content/plugins/polylang-pro/vendor/wpsyntex/polylang/flags/gb.png" ["current_lang"]=> bool(false) ["no_translation"]=> bool(false) ["classes"]=> array(3) { [0]=> string(9) "lang-item" [1]=> string(11) "lang-item-5" [2]=> string(12) "lang-item-en" } ["link_classes"]=> array(0) { } }
en /
array(11) { ["id"]=> int(9) ["order"]=> int(0) ["slug"]=> string(2) "ua" ["locale"]=> string(2) "uk" ["name"]=> string(20) "Українська" ["url"]=> string(239) "https://www.artistshelp-ukraine.at/ua/%d1%8f%d0%ba-office-ukraine-%d0%bf%d0%b5%d1%80%d0%b5%d1%82%d0%b2%d0%be%d1%80%d1%8e%d1%94-%d0%b4%d0%be%d1%81%d0%b2%d1%96%d0%b4-%d0%b2%d1%82%d1%80%d0%b0%d1%82%d0%b8-%d0%b9-%d0%bf%d0%b5%d1%80%d0%b5%d0%bc/" ["flag"]=> string(107) "https://www.artistshelp-ukraine.at/wp/wp-content/plugins/polylang-pro/vendor/wpsyntex/polylang/flags/ua.png" ["current_lang"]=> bool(false) ["no_translation"]=> bool(false) ["classes"]=> array(3) { [0]=> string(9) "lang-item" [1]=> string(11) "lang-item-9" [2]=> string(12) "lang-item-ua" } ["link_classes"]=> array(0) { } }
ua /

Wie Office Ukraine die Erfahrungen von Verlust und Vertreibung in eine öffentlich sichtbare Form der Solidarität verwandelt

Foto: Olha Volynska

Wenn Kunst reist: Tragtaschen mit bewegenden Geschichten

Margo Sarkisova ist eine Künstlerin aus Pokrowsk. Ihre Geschichte der Vertreibung begann 2014, als sie aufgrund der russischen Besetzung Donezk verließ und nach Charkiw zog. Als die Großinvasion begann, zog sie erneut um – zunächst nach Lviv und später nach Graz.

„Ich habe eine lange Geschichte damit“, sagt Margo. Für die ukrainische Künstlerin ist das Umsiedeln keine freiwillige Option mehr, sondern ein permanenter Zustand. Diese langwierige, anstrengende, aber auch zutiefst transformative Erfahrung bildet die Grundlage für ihr Werk „Growing in Both Directions“.

Das Werk ist eine grafische Arbeit aus einem Skizzenbuch, das diesen Sommer auf der Reise zwischen Paris und Brüssel entstanden ist. Es ist Teil einer Serie, in der die Künstlerin die Transformationen von Körper und Bewusstsein unter Bedingungen ständiger Bewegung, Stress und dem Verlust eines grundlegenden Sicherheitsgefühls untersucht.

„In beide Richtungen zu wachsen bedeutet für mich, mich zum Himmel zu strecken und gleichzeitig Wurzeln im Boden zu schlagen“, erklärt Margo. „Aber es ist nicht nur eine Metapher. Es ist auch ein Versuch, die Momente festzuhalten, die wir jeden Tag erleben. Das Trauma des ständig-in-Bewegung-seins erzeugt ein Gefühl der Verletzlichkeit. In meiner Arbeit geht es um den Wunsch, jeden Moment festzuhalten, in dem man sich stabil fühlt oder es schafft, diese Stabilität wiederzugewinnen. Diese Art von Wachstum ist heute für jeden von uns dringend notwendig.“

Die Arbeit wurde als eines von vier Designs auf Tragtaschen gedruckt, die im Rahmen einer Initiative von Office Ukraine hergestellt wurden. Dieses Projekt verbindet Kunst, kollektives Handeln und praktische Unterstützung für ukrainische Künstler*innen in Österreich.

Open House als Ort des Schaffens

Die Idee für die Kunsttaschen entstand im Rahmen vom Open House – regelmäßigen Community-Treffen, die seit März 2022 vom Office Ukraine organisiert werden. Diese Treffen haben sich über die Zeit zwar weiterentwickelt, aber die Grundidee ist dieselbe geblieben: zusammenkommen, Erfahrungen austauschen und gemeinsam etwas Sinnvolles tun.

Dieses Mal fand das Treffen in Form eines Siebdruck-Workshops statt. Die Idee war einfach: Anstatt den Druck an ein externes kommerzielles Unternehmen auszulagern, sollte alles von Hand gemacht werden.

„Wir haben bereits 2023 Öko-Taschen hergestellt“, erzählt Nastia Khlestova, Community-Koordinatorin des Office Ukraine. „Damals haben wir Kunstwerke von in Österreich lebenden ukrainischen Künstler:innen in Auftrag gegeben, unsere eigenen Merchandise-Artikel hergestellt und damit Spenden gesammelt, um wiederum Künstler:innen zu unterstützen. Diese Auflage ist mittlerweile ausverkauft, daher haben wir uns etwas Neues ausgedacht: heuer war es uns wichtig, nicht nur Künstler:innen einzubeziehen, sondern auch alles gemeinsam zu drucken. Das bringt Menschen zusammen und bietet die Möglichkeit, etwas Neues zu lernen.“

Vier Künstlerinnen, eine gemeinsame Geschichte

Vier ukrainische Künstlerinnen nahmen an der Initiative teil: etchingroom1, Olia Fedorova, Lilya Petrova und Margo Sarkisova. Da die vier unterschiedlichen Designs von Hand im Siebdruckverfahren aufgebracht wurden, ist jede Tasche ist ein Unikat.

Obwohl sich die künstlerischen Ansätze unterschieden, waren die Themen durch gemeinsame Erfahrungen verbunden: Krieg, Zwangsvertreibung, körperliche und emotionale Erinnerung und die Suche nach neuen Formen der Resilienz.

Margo Sarkisovas Arbeit sticht aufgrund ihrer Universalität hervor. Es handelt sich nicht nur um die Geschichte einer einzelnen Person, sondern um eine ganze Generation von Ukrainer:innen, die zwischen Ländern und Städten, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Trauma und Heilung leben.

Wie Solidarität in der Praxis funktioniert

Das Projekt wurde durch vielerlei Vernetzungen, die unkompliziert ineinander griffen, ermöglicht. Der Kunstverein Roter Keil stellte das Atelier zur Verfügung, die Grafikdesignerin Ciara Mooney, Dozentin an der Ortweinschule in Graz, bereitete die Siebdruckrahmen vor.

„Die einzige Herausforderung“, erzählt Ciara, „bestand darin, dass wir neben dem Bild selbst auch Text hinzufügen mussten – und zwar so, dass der Titel der Werke und die Namen der Künstlerinnen auf dem Stoff nicht verloren gingen. Ich habe eine fette Schriftart verwendet, aber das war auch schon die einzige Besonderheit. Am Ende hat alles perfekt funktioniert. Ich fand die Idee hinter diesen Kunstwerken absolut wunderbar. In diesem Fall bleibt das Kunstwerk nicht an einem Ort – es kann reisen. Das liebe ich an der Druckgrafik: Sie ist mobil und verbindet Menschen über Länder und Kulturen hinweg. Ich war begeistert, Teil dieser Initiative zu sein.“

Im Gegensatz zu Galerieexponaten bleiben diese Bilder nicht an den Wänden hängen. Sie kommen in die Stadt. Heute in Graz, morgen in Wien, übermorgen in Paris oder Rom. Die Tasche wird zur Trägerin von Geschichten. Sie kann verschenkt, auf Reisen mitgenommen, mit Alltagsgegenständen gefüllt werden und transportiert dennoch Kunst.

„Für manche ist es nur ein Anruf, aber für uns ist es eine große Hilfe.

Dieses Prinzip – das zu tun, was einem leicht fällt – ist zu einem wichtigen Ansatz innerhalb der Office Ukraine-Community geworden. Wenn alle das beitragen, was sie können, werden selbst komplexe Dinge möglich. „Ich habe mich an meinen Freund Josef Fürpaß gewandt, der an der Ortweinschule unterrichtet und Office Ukraine schon seit Langem unterstützt“, sagt Johanna Hierzegger, Mitarbeiterin von Office Ukraine Graz. „Er hat den Kontakt zu Ciara hergestellt – eine enorme Unterstützung für uns, da wir selbst nicht über solche Möglichkeiten verfügen. Besonders schätze ich es, wenn Menschen einander helfen. Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach: Kann man mit etwas beitragen, das einem leichtfällt, wird Helfen plötzlich unkompliziert.“ Johanna war von Anfang an Teil des Teams von Office Ukraine Graz. Als die Großoffensive 2022 begann, wollte sie als Mitglied des Theaters im Bahnhof helfen, weil sie dem Leid anderer nicht gleichgültig gegenüberstehen konnte. Mit der Zeit wurde sie jedoch gerade wegen ihrer vielfachen Verbindungen innerhalb der Kunst-Community in Graz für das Team unverzichtbar.

„Ich glaube, das habe ich bei Office Ukraine gelernt“, reflektiert Johanna. „Wenn man einfach das gibt, was einem leicht fällt, erfordert das keine übermäßigen Anstrengungen. Ja, es kostet Zeit und Energie, aber insgesamt ist es ganz unkompliziert. Ich finde, wir sollten uns alle öfter fragen, was genau wir für die Gesellschaft tun können – dann wird vieles einfacher.“

Unterstützung, die nicht immer sichtbar ist

Der Erlös aus dem Verkauf der Taschen unterstützt die Aktivitäten von Office Ukraine, das ukrainischen Künstler:innen in unterschiedlichsten schwierigen Situationen hilft – nicht nur beruflich, sondern auch im Alltag, in rechtlichen oder medizinischen Belangen.

Über diese Art der Unterstützung wird nicht immer öffentlich gesprochen. Doch gerade diese stille, alltägliche Hilfe ermöglicht es vielen, weiter zu arbeiten und zu leben.
Die Taschen können auf der Website der Organisation erworben werden, sodass Käufer:innen ihren eigenen Beitrag zur Unterstützung der zeitgenössischen Kunst leisten können.

Margo spricht von Wachstum in beide Richtungen, Office Ukraine von kollektivem Handeln. Zusammen bilden sie eine einzige Geschichte – über Kunst als Quelle der Unterstützung, Erinnerung und Solidarität.

Heute ist Office Ukraine eine bedeutende Unterstützungsinitiative für ukrainische Künstler*innen in Österreich. Seit ihrer Gründung im Jahr 2022 hat sie über 1.700 Künstler*innen und Kulturschaffende zusammengebracht und mehr als 270 Veranstaltungen, Ausstellungen und Projekte im ganzen Land realisiert.

Olha Volynska