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„Für meine Kinder musste ich stark werden.“

Interview mit Oksana Radkevych

Oksana Radkevych, Künstlerin, Mutter und Vertriebene, verließ die Ukraine 2022, kurz nach Beginn des großflächigen russischen Angriffskriegs, und kam nach Österreich. „Der Beginn des Krieges hat jedem Menschen und jeder Familie das Grundbedürfnis, nämlich das Gefühl der Sicherheit, genommen.“ Der starke Wunsch oder, wie Oksana es ausdrückt, der Instinkt, ihre Kinder zu schützen, veranlasste sie, ihre vertraute Umgebung zu verlassen. „Damals schien es sicherer zu sein, in ein Land zu gehen, das man überhaupt nicht kannte, als in der Ukraine zu bleiben,“ erinnert sie sich.

© Oksana Radkevych

Zunächst ging es darum, schnell zu handeln, da weder Raum noch Zeit für Analysen und Überlegungen vorhanden waren. „Mir scheint, dass der Instinkt, ‚die Kinder zu retten‘, so stark war, dass ich nicht zweimal überlegte, sondern mich einfach weiter von der Gefahr entfernte. Ich befand mich in einem emotionalen Zustand, der es mir nicht erlaubte, über mich selbst nachzudenken. Ich fühlte keine Müdigkeit, ich fühlte keine Traurigkeit und keine Sehnsucht nach meiner Familie, ja, ich kann sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt gar nichts fühlte.“
Nachdem sie die ersten Herausforderungen nach ihrer Ankunft in Österreich überwunden hatte, änderte sich die Situation jedoch. „Nach ein paar Monaten ließ der Stress nach, und erst dann brachte mich die Erkenntnis, dass ich meine Heimat und meine bisherige Lebensweise verloren hatte, in einen Zustand der Frustration. Für meine Kinder musste ich stark werden.“

Glücklicherweise traf sie in diesem schwierigen Moment Menschen, die ihr halfen, ein neues Leben in Innsbruck zu beginnen. Oksana erinnert sich gerne an Marina Biewald und das Team von Office Ukraine Innsbruck. Ihre beiden Kinder fühlten sich dank ihrer neuen Freund:innen schnell in ihrer neuen Umgebung zu Hause. „Für meine Kinder wird Österreich immer das Land ihrer Freunde sein. Gleich nach unserer Ankunft ging mein Sohn in die Schule. Ihm wurde zusätzlicher Deutschunterricht angeboten, was ihm half, sich schneller einzuleben. Er wurde dort mehr als nur freundlich empfangen, er fühlte sich nie fehl am Platz oder deprimiert, sondern hat im Gegenteil viele neue Freunde gefunden, mit denen er immer noch in Kontakt steht.“ Ihre Tochter kam ein paar Monate später in den Kindergarten. „Es fiel ihr schwer, sich an die neue Sprache zu gewöhnen, aber später wurde alles besser und sie fand auch eine Freundin.“

Einige Begegnungen haben sich zu Freundschaften entwickelt, erinnert sich Oksana: „Da meine Kinder sehr aktiv sind, lernten wir viele Menschen in unserer Nachbarschaft kennen und verbrachten fast alle unsere Ferien gemeinsam. Die Nachbar:innen vermittelten uns ein einzigartiges Gefühl von Geborgenheit und Heimat, indem sie uns in ihre Traditionen und Freizeitaktivitäten einschlossen.“

© Oksana Radkevych

War es in dieser Situation noch möglich, über künstlerische Arbeit nachzudenken? „Zu Beginn meines Lebens in Österreich gab es überhaupt keine künstlerische Praxis“, erklärt Oksana. „Die Einsamkeit manifestierte sich in dem Gefühl, dass die Welt leer war und es keinen Grund mehr gab, in ihr zu leben. Das einzige, was in meinem Kopf widerhallte, war das Buch der Psalmen. Als Office Ukraine Innsbruck mir die Künstlerin Nora Schöpfer vorstellte, die mir mit Kunstmaterialien half, hatte ich das Bedürfnis, die Leere mit Psalmen zu füllen. Innerlich wusste ich, dass ich als Mutter hier in Österreich einen sinnvollen Raum schaffen musste, denn ich hatte keine Ahnung, wie lange wir hier sein würden und was die Zukunft bringen würde. So wurde das Projekt Psalms geboren.“ Die Arbeiten aus dieser Serie wurden im August 2022 in der Galerie am Claudiaplatz präsentiert.

Um sich der Kunst widmen zu können, musste die zweifache Mutter zunächst finanzielle Probleme lösen: eine neue Wohnung anmieten, den Tanzunterricht ihres älteren Sohnes bezahlen und sich mit der unzureichenden staatlichen Zuwendung für Vertriebene auseinandersetzen. „All das hat mich sehr belastet, denn ein paar Monate lang lebte ich tatsächlich von Spenden fürsorglicher Menschen, für deren Unterstützung ich sehr dankbar bin.“ Die Beantragung eines Stipendiums für ukrainische Künstler:innen beim österreichischen Kulturministerium erforderte Geduld, aber das Ergebnis war positiv. Dank des Stipendiums und der Familienbeihilfe der österreichischen Regierung konnte sich Oksana auf ihre Kreativität konzentrieren, und in dieser Zeit entstand auch Blooming, der zweite Teil des Psalms-Projekts.